Mittwoch 21 Februar 2018
Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

 

 

Um die Entstehungsgeschichte des Bowlingsports ranken sich viele Mythen. Einige Historiker behaupten, dieser Sport sei bereits im alten Ägypten oder im Römischen Imperium in der Zeit vor Christi Geburt betrieben worden. Allerdings kann das, was von Ägyptern oder Römern auf alten Gemäuern oder in Pyramiden der Nachwelt hinterlassen wurde auch als Geburtsstunde des Fußball-, Handball-, oder jedes anderen Ballsports definiert werden.

 

Beschäftigen wir uns also lieber mit den verbrieften Fakten:

In den Jahren 1630 bis 1670 brachen belgische, deutsche und holländische Auswanderer in die „neue Welt“ auf. Und sie brachten ihre liebste Freizeitbeschäftigung aus der „alten Welt“ mit: das Kegeln. Viele der Auswanderer ließen sich in der Gegend des heutigen Manhattan in New York nieder. Übrigens: noch heute heißt ein im heutigen „financial district“ gelegener Stadtteil und eine U-Bahnstation im Süden Manhattans „Bowling Green“.

 

Bowling Green N.Y.Bis 1840 hatte das Kegeln bereits viele Teile der heutigen USA erreicht. Aber, was vorher schon im alten England zu Zeiten König Heinrich VIII. ein Problem war (dieser verbot das Spiel im Jahr 1541, weil „darunter die Disziplin seiner Soldaten leiden würde“) zeigte sich nun auch in den USA: Betrunkene, raufende, betrügende und um Geld spielende „Kegler“ waren der Obrigkeit und der bürgerlichen Gesellschaft ein Dorn im Auge. Und das wohl zu Recht: Viele verspielten "Haus und Hof", Betrügereien waren an der Tagesordnung. Im Jahre 1841 schließlich wurde das Kegeln vom Staat Connecticut als Glücksspiel eingestuft und unter Androhung von massiven Strafen verboten. Kegelbahn Schere

 

Die Kegler, die das Kegeln weiterhin als Sport und Freizeitbeschäftigung betreiben wollten, be­halfen sich daraufhin eines Tricks: Die Beschreibung des nunmehr verbotenen Kegelns war im Gerichtsbeschluss bis ins Detail exakt formuliert worden. Die Kegler fügten den neun Kegeln einfach einen zehnten Kegel hinzu und nannten diese von nun an "Pins". Diese wurden auch noch anders als beim Kegeln aufgestellt, nämlich in der Form eines Dreiecks. Ein neues Spiel war geboren: Bowling. Der Boom begann von neuem, überall im Land gründeten sich Bowling-Clubs, selbst die "oberen Zehntausend" erfreuten sich der "neuen" Sportart. 1895 schließlich wurde in Manhattan der American Bowling Congress (ABC) gegründet. Die Welle der Begeisterung für das neue Bowling erreichete schließlich auch Europa. ("bowling´s coming home") 1929 beschloss der Deutsche Keglerbund (DKB), Bowling als vierte Bahnart (zu den Bahnspieltypen Asphalt, Schere und Bohle) anzuerkennen.

 

1931 gab es die ersten Deutschen Einzelmeisterschaften der Herren. Die Damen und Senioren folgten mit ihren ersten Deutschen Meisterschaften im Jahre 1939. Die ersten Vereinsmeisterschaften für 3er Teams wurden 1933 gespielt. Am 27.01.1952 schließt sich die Bundesrepublik Deutschland dem Weltdachverband Fédération des Quilleurs (FIQ) an. 1970 erfolgt der erste Start der neu gegründeten Bowling-Bundesliga der Herren mit zwölf Clubmannschaften und drei Jahre später die der Damen. 1995 wurde die Deutsche Bowling Union (DBU) gegründet, eine eigenständige Sektion im Deutschen Keg­lerbund (DKB).

 

BowlingAuch wenn es sich beim Bowling um eine „Präzisionssportart“ handelt, die Grundregeln sind relativ einfach: Das Bowlingspiel besteht aus insgesamt zehn Versuchen, alle Pins mit einem Ball zu Fall zu bringen. Gelingt das nicht, hat der Spieler jeweils einen zweiten Wurf, um die übrigen Pins abzuräumen. Die Wertung erfolgt nach einem Prämiensystem. (Nähere Erläuterungen hierzu im „Bowling ABC“)

 

 

Bowlen erfordert verschiedene Fähigkeiten: Koordination von Bewegungen, Genauigkeit der Bewegung zum Erreichen der optimalen Balllauflinie, Konzentrationsfähigkeit, um den optimalen Wurf vielfach zu wiederholen. Außerdem muss man sich auf unterschiedliche Bahnen einstellen und diese "lesen" können, denn Bowlingbahnen haben einen Ölbelag und dieser beeinflusst die Lauflinie des Balles.

 

Bowling ist heute Sport und aktive Freizeitgestaltung für Jedermann. Wann immer ein Kind die ersten Schritte läuft, kann es einen Bowlingball werfen, der mit Hilfe der aktuellen Technik (der Ball kann dann nicht mehr in die Rinne laufen) auch jedes mal sein Ziel (nämlich die Pins) trifft und umwirft. In vielen Bowling Centern haben sich Ligen und Clubs gebildet, haben sich Kinder, Schüler und Studenten, Firmenange­hörige und Familien bis hin zu Senioren jeden Alters zusammengefunden, um Bowling als Sport oder als aktive Freizeitgestaltung zu betreiben.

 

Zum Schluss noch etwas Statistik: Bowling wird in Deutschland mittlerweile von knapp 45.000 organisierten Verbandsspielern und nahezu 6.000 Betriebssportgruppen in etwa 700 Bowlinganlagen als Wett­kampfsportart betrieben. Diese Wettkämpfe werden (ähnlich vieler anderer Sportarten) sowohl in Einzel-Meisterschaften auf regionaler, landesweiter, europäischer und welt­weiter Ebene, als auch als Teamwettbewerbe im regulären Ligenbetrieb veranstaltet. Zusätzlich besuchen etwa 3 Millionen Bundesbürger mindestens 3 mal jährlich ein Bowlingcenter. Welt­weit betreiben aktuell etwa 100 Millionen Menschen Bowling als Freizeit- oder Wettkampfsport.

 

 

Alle Bilder auf diesem Beitrag sind public domain, bzw. unterliegen der GNU GPL.


Aktuell sind 4691 Gäste und keine Mitglieder online

nächster Termin...

Ein JavaScript Fehler ist aufgetreten.